Mittwoch, 7. Dezember 2022

Das Wald-Experiment

Erkältet bin ich und dementsprechend missmutig. Es bremst einen immer so aus.  Meine düstere Stimmung habe ich an mehreren Bildern ausgelassen.  Alles Fotos aus dem Frühjahr, alle entstanden am Steilufer der Hunte. Dank an den Ehemenschen, der dabei ein halbwegs passables Foto von mir zustande gebracht hat. 


Blick nach unten zur Hunte
 


Blick nach oben - den Gott des Autofokus um Beistand bittend während der Ehemensch sich mit der Kamera abmüht.


soviel himmlischer Beistand ist dann doch übertrieben ...





Freitag, 2. Dezember 2022

Kunst und Worpswede - ein Abschluss mit DAD 11

Eigentlich wollten wir Anfang des Jahres nur einen Blick werfen vom Weyer Berg in Richtung Bremen. Unsere anfängliche Unkenntnis der dortigen Gegebenheiten "wo verdammt noch mal ist dieser blöde Berg" , führten uns auf die Spuren von Heinrich Vogeler und das seiner Mitstreiter in der Künstlerkolonie Worpswede. (Die Aussichtsplattform am Berg haben wir später auch gefunden)

Je mehr man dann im Laufe des Jahres von den Künstlern und ihren Werken sah und sich mit der Historie beschäftigte, desto neugieriger wurde man. So kamen wir zu allerlei Museumsbesuchen - in Worpswede, Fischerhude, Vegesack, Oldenburg - sah den Landschaftsmalern des ausgehenden 19. Jahrhunderts  über die Schulter und sah immer wieder  Birken, Moor, Torfkähne, weite Himmel und überhaupt Landschaft. (die Moorbirke ist übrigens Baum des Jahres 2023...)



Bei Heinrich Vogeler wurde alles was er anfasste zu formschönen Objekten: Möbel, Schmuck, Häuser, Bücher, Besteck, Porzellan. Seine in den Bildern immer wieder in Pose gesetzte Frau Martha hat sich  irgendwann diesem Dekoimage entzogen, was vermutlich bei ihm mit dazu beigetragen hat, sich radikalen Veränderungen in Leben und Kunst zu zu wenden.  Er suchte nach neuen Idealen, wandte sich dem Kommunismus zu und wanderte später nach Russland aus. Jetzt gab es keine  verträumten märchenhaften Jugendstilbilder wie man es gewohnt war sondern kernige Arbeiterbilder.  Er verstarb 70 jährig in Russland,  im Exil, in irgendeinem gottverlassenen Kaff. 

Mittlerweile haben wir auch den Vogeler-Film gesehen. Auf mich wirkte die gewählte Erzählform mit Interviews, Filmsequenzen und Erzählsträngen gequält und abgehackt, teils effekthascherisch.  Eine Szene in der Psychiatrie beispielsweise, in der die Kranken so vorgeführt werden, wie klein Fritzchen das sich in einer Irrenanstalt eben vorstellt. Aber auf meine Wenigkeit als erklärter Kunstbanause  - als Kunstform versteht sich der Film - sollte man sich nicht verlassen sondern selbst urteilen.

Die Geschichte der Worpsweder Künstler um Vogeler ist akribisch aufgearbeitet. Früher hat man sich Briefe geschrieben und aus diesen lassen sich Lebensgeschichten rekonstruieren. Man hat viel geschrieben damals und so gibt es viel zu lesen. Über die Modersohns, Martha Vogeler - sogar  Rilke, der für mich anfangs ein No Go schien weil ich fürchtet einem Schwülstiker wie Hesse zu begegnen - nein, ein begeisterungsfähiger Mensch scheint mir,  etwas übertrieben wortreich aber auszuhalten.

Jetzt reicht es mit Kunst. Die Vogler Ausstellungen in Worpswede sind beendet. Ersatzweise gibt es jetzt im Barkenhoff und der gr. Kunstschau die Werke von Nachwuchskünstlern zu bestaunen, die für den Paula Becker Modersohn Preis ausgesucht wurden. Unter anderem eine Künstlerin, die unter dem Titel "Show down" das Innenleben von Matratzen präsentiert. Das ist jetzt kein Witz obwohl ich herzlich darüber gelacht habe und die Überlegung anstellte, ob man den Eintrittspreis von 15 Euro erstattet bekommt, wenn man bei den verwendeten Matratzen den Härtegrad bestimmen kann.  Wie gesagt -  Kunstbanause.

In Bremen in der Kunsthalle finden Sonnenuntergänge statt. Das ist hübscher als aufgeschnittene Matratzen. In unserer Zeitung war dazu ein Sonnenuntergang von CD Friedrich abgebildet. Da steht eine Frau vor der glühenden Landschaft das Gesicht zur Sonne der Rücken zum Betrachter, in einem türkisfarbenen Gewand, so, wie Martha Vogeler es auf vielen Bildern trägt. So schließt sich der Kreis und ich höre auf, die Öffentlichkeit mit Künstlern zu belästigen, die über Bremen und nähere Umgebung hinaus wahrscheinlich keiner kennt.






gleich noch den DigitalenArtDienstag mit reingeschoben:

in meinem Beitrag für den DigitalenArtDienstag 11 bei Jutta K.  geht es rund



die beiden Bilder oben, die Birke und Heinrich Vogeler kunstvoll zusammengedreht








Dienstag, 29. November 2022

Die Zeit läuft davon - Digitaler Dienstag die 10.


eine überdimensionale Taschenuhr für den digitalen Art Dienstag 10 bei Jutta K. 

Digital ist ein dehnbarer Begriff, letztlich ist jedes Foto digital, was nicht analog fotografiert und bearbeitet wurde. Normale Belichtungskorrektur, Blauentsättigung ...  Eine Textur wurde auch hier verwendet, sorgt für  Struktur und Vignettierung.
 
Für die Freunde der Verzerrung :


Foto beschnitten, 2 Filter aus meinem "Bildbearbeitungsprogramm für Hausfrauen" (Elements 11) verwendet.  Die Zeit rennt nicht, sie rinnt unaufhörlich ...
 

Original:


Nachtrag - einer geht noch


Arbeitstitel: Innenleben einer Taschenuhr






Für die eigene Challenge "50 mal sichtbare Emotion" mein Foto zum Begriff "BLOND"



Genau wie die Uhr fand sich dieser Blondschopf in Verden. In einer kleinen Galerie in der Fußgängerzone, die viele kleine Lädchen zu bieten hat und mit den alten Fachwerkhäusern einen besonderen Charme versprüht.  Besonders freut mich, dass hier einer Künstlerin die Möglichkeit gegeben ist, ihre Werke in bester Lage zu präsentieren.  Alpakas scheinen z. Zt. groß im kommen zu sein. Sie begegnen mir im Moment des öfteren - ob als Farm mit den Tieren oder Läden mit Artikeln aus der Wolle. 

wer sich an der Aufgabe mit den 50 Fotos auch einmal versuchen möchte: KLICK HIER
ich verlinke dann die Teilnehmer






Sonntag, 27. November 2022

Advent die erste

Etwas angeschlagen durch den Anflug einer Erkältung konnten wir uns trotzdem zu einem kleinen Ausflug nach Verden durchringen.  Nur kurz vom Parkplatz durch die Einkaufstraße mit kleinem Weihnachtsmarkt Richtung Dom und dann in der Domschänke lecker Mittagessen. So wurde das ein gemütlicher 1. Advent. 






Verden nennt sich Reiterstadt - Domstadt trifft es aber auch. Der riesige Dom dominiert die ganze Altstadt mit ihren kleinen Fachwerkhäuschen






ein Foto für die Aufgabe, zu 50 Begriffen jeweils ein Foto zu erstellen  


ALTER - das Bild braucht keine großen Erklärungen. Hier hilft auch kein Make Up mehr sondern nur die Sanierung 

wer sich an der Aufgabe auch einmal versuchen möchte: KLICK HIER
ich verlinke dann die Teilnehmer




Mittwoch, 23. November 2022

zerbrochen


Nachtrag: Der Krug steht wieder, die geklebte Rückseite ist - vorsichtig formuliert - "interessant"
Eine Vase für Wasser steht im Krug, denn der ist schlimmer dran, als die ersten Bilder aus dem Paket vermuten lassen. So geht's doch ...  passt hervorragend zu dem Pferdchen, das hat nämlich nur drei Beine ... .

Die Vorgeschichte:

Da gönnt man sich nach langem Zögern mal etwas - in diesem Fall ein spezieller Krug dessen Anschaffung ich aus den verschiedensten Gründen immer wieder verworfen habe. Zu teuer oder wir haben genug Krempel - dann sollten das angeblich gebrauchte Krüge aus Indien sein?? Wieso sollten die Inder uns ihre benutzten Haushalswaren schicken?  Aber irgendwie werde ich bei Keramik immer schwach, Vorbehalte und gute Vorsätze bleiben außen vor. Die Vorfreude war groß, die Wartezeit auf das Paket auch und dann die Erkenntnis "es soll wohl nicht sein".  

Sofort reklamiert, mittlerweile habe ich das Geld zurück.  Die Reste vom Krug stehen jetzt auf dem Esszimmertisch und harren auf meine Entscheidung "Müll oder kleben". Erster Gedanke: Die Japaner haben doch so eine kunstvolle Art ihre kaputtten Keramiken zu flicken ...  Ernüchterung: das Reparaturset kostet genau soviel wie der Krug. Also werde ich es jetzt mit einem handelsüblichen Zwei Komponentenkleber versuchen. Und beim nächsten Tonkrug greife ich auf preiswerte Flohmarktware in Form einer guten alten Kruke zurück. Die sind unverwüstbar und machen auch was her.  



"zerbrochen"

Fazit: der Verkäufer hat das große Teil nicht sehr stoßsicher verpackt, die Post hat das Paket trotz des Aufklebers "handle with care" durchlöchert und auf eine Seite fallen lassen. Und dem Empfänger bleibt das Resultat. 




 

Freitag, 18. November 2022

alles wird gut

Der November ist ein spezieller Monat. Voller Tage, an denen wir der Verstorbenen gedenken und mit Licht die Hoffnung aufrechterhalten.  Mit Lichtern auf den Gräbern an Allerseelen und Allerheiligen, am Totensonntag oder am Volkstrauertag oder gar mit Laternenumzügen für den heiligen St. Martin. Wir gedenken und meditieren am Buß- und Bettag über Dankbarkeit, Vergänglichkeit und Wiedergeburt. Wir gehen in uns wie die Natur es tut und schöpfen Hoffnung aus dem Licht. Hat das nicht etwas versöhnliches?




Huldigung an den November und den Riensberg Friedhof in Bremen.

Für mich kein kalter ungemütlicher Ort, wo man die Gebeine der Verblichenen ablegt und schnell wieder geht sondern ein Park wo die Toten und Lebenden ein freudvolles Ambiente genießen. Ich habe die ehrwürdigen Steine und die Figuren schon als Kind bestaunt und wenn ich jetzt zum Totensonntag zu ihnen zurückkehre entdecke ich jedes mal neue Details. Ich könnte Ewigkeiten dort verbringen - ich lasse diese Doppeldeutigkeit einfach mal so stehen.  Ich mache uns noch ein wenig passende Musik und dann werfen wie einen Blick auf Fotos größtenteils aus dem Fundus aber mit neuem Look. 




das ist und bleibt eines meiner Lieblingsfotos



der Fuß gehört zu einem Engel, der mahnend seine Hand gen Himmel ausstreckt
und ein klassich schönes Profil hat


Ambiente






nochmal ein barfüßiger Herr


der zum Volkstrauertag passt


ein Fuß, der ausschaut als würde er die Ordnung des Universums fest zusammenhalten 




Gleich noch den Beitrag für den DigitalenArtDienstag 9 bei Jutta K.  -  das Thema passt gerade so schön

Erleuchtung



wie immer mit Textur, diesmal ohne Vögel - nachfolgend das Originalfoto




hier der Grabstein in voller Pracht


die Schöne trägt einen Palmwedel (Nike?) und hält beschützend die Hand über einen Segler. Ein schöner alter Grabstein, der leider an seinem Standort leicht übersehen wird. Er erinnert an Johann Georg Lohmann, ehem. Bremer Kaufmann und Direktor des Norddeutschen Lloyd





in eigener Sache für meine kleine Challenge "50 mal sichtbare Emotion"
ein Foto zum Begriff Feiertag. Ein welkes Blatt auf einem Grabstein passend zum Totensonntag 

 
wer sich an der Aufgabe auch einmal versuchen möchte: KLICK HIER
ich verlinke dann die Teilnehmer






Montag, 14. November 2022

Plüschtiere

Am Wochenende hatte ich das Vergnügen, eine Herde Alpakas kennenlernen zu dürfen.  Die sind ganz reizend mit ihrem puscheligen Haarschopf, dem weichen Fell, den Schmolllippen und den schönen großen Augen.  Sie sind kleiner als ich erwartet hätte. Da ich mit fotografieren beschäftigt war, habe ich nicht all zu viel von den Erklärungen drumherum mitbekommen.  Von Natur aus sind sie eher scheu, lassen sich nicht gern anfassen (Ausnahmen bestätigen die Regel). Mit Futter bekommt man sie zutraulicher. In der Herde gab es einige ausgewiesene Schmuser allen voran die weiße Daenerys. Heimat der Alpakas sind die Anden, und wie bei uns (früher) die Schafe werden sie wegen der Wolle gehalten.  Ich hätte gern noch gefragt, warum die Zähne so biberähnlich vorstehen - vielleicht ergibt sich ja nochmal eine Gelegenheit.  Dann kaufe ich mir auch ein paar warme Socken aus Alpaka-Wolle - die hätte ich gestern gut gebrauchen können. Denn als die Sonne so allmählich dem Horizont entgegen sank, zog einem eine unangenehme Kälte in die Knochen.  Das war dann wohl der letzte schöne Herbsttag. heute ist es grau, so, wie man es vom November eben erwartet. Das schlägt sich auch in meinem Beitrag für den digitalenArtDienstag8  bei Jutta K. nieder  (s. ganz unten )




der Nachwuchs hatte Ähnlichkeit mit einem Eisbären




kleine Knutschnase



vorn die braune mit den weißen Abzeichen war eindeutig mein Favorit







Überleitung zum DigitalenArtDienstag, "DAD 8",  bei mir wie gewohnt mit Textur und den obligatorischen Vögeln

NOVEMBERFEELING


ich hoffe, beim Anblick  verfällt keiner in tiefe Depressionen

hier noch das Original: