Posts mit dem Label Heinrich Vogeler werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Heinrich Vogeler werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 16. März 2024

immer langsam voran

 


wo laufen sie denn hin ...

In meine Gedanken und Ideen geht es oft zu wie beim Wagenrennen: im rasanten Tempo vorwärts.  Gestoppt werde ich dann immer wieder durch Hindernisse, meist durch meine angeschlagene körperliche Konstitution und so bleiben die Ideen oft nur Ideen.

Der Versuch, Ordnung herzustellen:
Worpswede ist wieder ein Ziel. Nachdem wir uns nach dem Vogeler Jahr eigentlich gesagt haben "es reicht mit Kunst", zieht das Hoetger Jahr uns wieder ins Künstlerdorf und die Ausstellungen. Den Namen Bernhard Hoetger werden die wenigsten kennen aber die Böttcherstraße in Bremen ist ggf. dem ein oder anderen ein Begriff. Und da ist der Name Bernhard Hoetger Programm. Es gibt natürlich gleich wieder einen Film dazu. Nach meiner Einschätzung  im gleichen Stil wie der Beitrag über Vogeler. Ich hätte mir das hübscher verpackt gewünscht, so wie den Film über Paula Becker-Moderson.  Obwohl ich Paulas Bildern nicht viel abgewinnen kann, mochte ich den Film sehr. Vielleicht weil es ein Stück Heimat gezeigt hat und ein Stück Geschichte dokumentiert hat in dem die Großeltern gelebt haben.



Bremen, Böttcherstraße mitgestaltet von B. Hoetger


Worpswede, B. Hoetger:  Grab von Paula Becker-Moderson 
  
Bremerhaven steht immer noch auf dem Zettel. Bis Ostern will man mit der Reparatur der Autobahn fertig sein. Bin gespannt. Besonders der Ehemensch vermisst den Blick über den Deich und ich den Blick auf den Hafen


Schiffe gucken ...
 
Immerhin zwinge ich mich auf meine Laufrunde und schaue, ob das Wasser von den Äckern und Wiesen verschwindet.  Es ist reger Verkehr von Gülletankern und Düngerstreuern zu vermelden, und bis jetzt ist trotz des tiefen Bodens keiner in seinem Acker steckengeblieben.

Dachdecker und Maurer haben ihre Arbeit erledigt und schon haben wir eine neue Baustelle: Etwas zerfrisst eines unserer Fenster. Für Holzwurm ist die Stelle viel zu groß. Nächste Woche will ein Tischler sich das anschauen.

Der Garten wartet. ....  ich brauche ein paar Blümchen als Osterdeko ...  eigentlich würde die Familie zu Ostern zum Essen kommen. Das kann ich nicht mehr stemmen. Ich lege auch keinen gesteigerten Wert darauf an den Ostertagen irgendwo Essen zu gehen. Später eventuell - vielleicht in Worpswede.

Überhaupt stelle ich fest, dass ich vieles gedanklich  beiseite lege und scherzhaft sage "im nächsten Leben". Eine Konzentration auf die täglich notwendigen Dinge, eine gewisse  Gleichförmigkeit und Struktur in allen Belangen, bewusstes Leben, reflektiertes Erleben, ein friedliches Beisammensein - das reicht. Meist schaffe ich es, meine hochtrabenden Ideen auf dieses Level runter zu reduzieren.  In einem meiner zuletzt gelesenen Bücher ging es um Newsverweigerung und den Vorschlag, statt dessen seinen Kompetenzkreis zu erweitern. Da gehe ich mal auf die Suche ob ich so einen Kreis bei mir finde ... 



langsam kommt man auch ans Ziel
träumen muss man ja noch dürfen können und sei es nur in KI-generierten Bildern.







Dienstag, 19. April 2022

Worpswede, zweiter Versuch

Gründonnerstag ein zweiter Versuch, uns mit Worpswede, mit Kultur, speziell mit dem Leben von Heinrich Vogeler zu beschäftigen. Ich will mich da gar nicht groß drauf einlassen. Dem Kunstinteressierten sei der Film über Vogeler empfohlen, der im Mai in die Kinos kommt. Vogeler war vielseitig begabt. Maler, Zeichner, Architekt, Designer, Kunsthandwerker.  Am bekanntesten sind wohl seine Jugendstilwerke:  Gemälde, Radierungen, Buchillustrationen, Geschirr, Besteck, Möbel und Schmuck. Es scheint nichts zu geben, was er nicht  zu gestalten wusste. Trotz seines Erfolges war er wohl mit sich nicht zufrieden, suchte nach Alternativen im Leben und in der Kunst. 

Wir schauten in seinem ehemaligen Domizil vorbei, dem Barkenhoff, ein umgebautes Bauernhaus. Es fällt schwer, sich das ehemalige Gebäude vorzustellen, ist es jetzt doch mit einem markanten weißen Giebel an der Traufseite ausgestattet. Mit einer geschwungenen weißen Treppe davor. Auffällig in einem ländlich geprägten Dorf und auf vielen seiner Bilder zu sehen. Bekannt ist "das Konzert". Hier sieht man seine Frau Martha mit einem russischen Barsoi oben an der Treppe stehen, die Worpsweder Künstler im Hintergrund auf der Terrasse - ohne Rilke, der wurde kurzerhand übermalt.

Der Barkenhoff ist jetzt Museum.  Präsentiert wurde ein Querschnitt durch Vogelers Schaffen, übersichtlich geordnet mit großen, gut lesbaren Begleittafeln in deutsch und englisch. Die Kameras überall verursachten leises Unbehagen.

Im Anbau zu linken Seite spätere Werke, moderner anmutend z. T. mit kritischen Kontext und aus der Russlandzeit politische Propagandamalerei. Ich fühle mich nicht dazu befähigt, mich in das künstlerischen Werk eines Menschen hinein zu denken. Mir ist das handwerkliche näher. Ganz pragmatisch gilt bei mir : gefällt mir/gefällt mir nicht. Insofern, wer mal nach Worpswede kommt, mache sich selbst ein Bild. Die Vogler Ausstellung anlässlich seines 150. Geburtstages läuft noch bis November.  Wer unbedingt " das Konzert/den Sommerabend" in seiner ganzen 3m Breite sehen möchte der besuche die große Kunstausstellung an der Bergstraße.



eine scheinbar liebliche Idylle


Originalschauplatz



Jugendstil, so kennt man Vogeler


macht Eindruck, der Barkenhoff

Einen Roman habe ich gelesen gelesen über Vogeler und seine später doch etwas gestörte Beziehung zu seinem Freund, dem Dichter R. M. Rilke.
Von Rilke stammt folgende Inschrift am Giebel des Barkenhoffs 

"Licht ist sein Loos.
Ist der Herr nur das Herz und die Hand des Bau's
mit den Linden im Land wird auch sein Haus
schattig und groß."

 Folgende kleine Unterhaltung zwischen Vogeler und dem Zimmermann, der tatkräftig den Umbau des Barkenhoffs mit ermöglichte aus dem Büchlein:

"watt het de Spröök egens to seggen, Heini?"

"Nix, dat is Kunst ...em as miene Biller"

"Un warüm maakt ji so'n Tüch?"

übersetzt: was hat der Spruch eigentlich zu sagen, Heini? Nichts, das ist Kunst. Und warum macht ihr so'n Kram?



"Konzert ohne Dichter", netter kleiner Roman, gut zu lesen.






Foto vom letzten Besuch, es blüht noch nichts so recht. Wo das Gerüst dran steht ist übrigens der Giebel vom ehemaligen Bauernhaus






auch noch gefunden: kleiner 5 minütiger Bericht über aktuelle Worpsweder Aktivitäten