Ich gehe jetzt brav zum Rehasport. Abgesehen von der Frage, ob diese Art der sportlichen Betätigung in meinem Fall etwas bringt, kommt man ins Zweifeln ob angesichts einer immer größer werdenden Gruppe Mitleidender nicht doch Corona zuschlagen könnte.
Der Übungsleiter versucht uns durch abwechslungsreiche Betätigungen mit immer neuen Sporthilfsgeräten bei Laune zu halten. Wir hatten schon Hanteln (tödlich für meine Schultern), Reifen in alle Richtungen drehen und dehnen (s. Hanteln), Hockergymnastik (sobald ich meinen Bauch einenge kann ich nicht mehr atmen) , Brasils (kleine stachlige Handgewichte mit beweglicher Füllung - meine Lieblingsteile für die Seniorengymnastik zuhause), große Gymnastikbälle und Schaumstoff-Frisbees.Die letzte Stunde fand befreiender Weise mit wenig Teilnehmern statt und fand allgemein Anklang, weil lustig. Die Gerätschaft in Form eines Frisbee-Rings mit Netz in der Mitte war leicht zu händeln und das "Fusseltennis" (wie ich es getauft habe) bei dem wir uns mit dem Netz einen kleinen "Ball" in Form eines Staubwedels zuspielten, ungemein erheiternd. Leider fand ich die Scheiben und Ball noch nicht im Internet, sonst wäre das etwas, was man auch im Wohnzimmer spielen könnte.
Was ich aufgrund der Rehastunden wieder aktiviert habe, ist mein Gymnastikball. Selbiger hatte seinen 1. Job in einer Rechtsanwaltskanzlei. Später landete er in einer staubigen Garage inmitten von Baumaterialien. Dort erregte er mein Mitleid, fand so seinen Weg zu mir. Diente eine Zeitlang als Sitzball und dann - da mir das Wohl anderer ja immer am Herzen liegt - unseren Pferden als Spielball. 15 Jahre lang hat Hendrik, so nennen wir ihn, auf der Wiese gelegen, im Auslauf, im Schuppen und hat, wenn er sein freudloses Dasein satt war, auch schon mal das Weite ergriffen. Vornehmlich bei heftigem Wind. Ein halbes Jahr galt er nach einem Schneesturm als verschollen, tauchte dann unvermittelt bei Nachbarn und deren Pferden auf und landete nach erkennungsdienstlicher Behandlung wieder bei uns. Beim 2. Ausreißer wusste die Nachbarschaft schon Bescheid und man hat mich umgehend von einem Bauernhof einen Straßenzug weiter informiert, dass man den blauen Ball eingefangen habe. Danach haben wir ihn in die Scheune verbannt und jetzt liegt er gesäubert und aufgepumpt wieder in meinem Büro. Ich glaube, er ist glücklich. Ich soweit auch, habe ich doch meinen sperrigen Schreibtischstuhl verbannt und Platz für gymnastische Workouts gewonnen.
der blaue Ball hat es nicht immer leicht gehabt aber soweit alle Widrigkeiten überstanden
Nachtrag
Beispiel für ein "Fusseltennis-Set". Die bei der Reha verwendeten Frisbees hatten eine weiche Kante und das Netz war auch nicht so stramm. Beim gegenseitigen Zuwerfen für Kinder und Senioren besser geeignet, damit es nicht aus Versehen ein blaues Auge gibt. Für das Spielen mit dem Ball - übrigens wohl ein Spiel, das man am Strand spielt, eine gängige Bezeichnung dafür konnte ich nicht finden - eignet sich diese stabilere Variante besser. Gibt es auch von anderen Firmen oder auch mit Griff. Suche noch einen Namen für den witzigen "Ball".





