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Freitag, 1. März 2024

Umleitung gefällig?


Um das gleich positiv hervorzuheben: es war trocken die Woche. Ein bisschen Sonne - da fühlt man sich schon ganz anders. Und ich habe es tatsächlich geschafft, meine Lauf-Runden wieder aufzunehmen. Damit war auch gleich die Motivation für einen Wochenendtrip wieder da. Wir haben schon Bremerhaven-Entzugserscheinungen. ABER ... die Autobahn zwischen Bremen und dem Ort unserer Sehnsucht ist gesperrt. Die Fahrbahn droht einzusinken weil sie unterspült ist. Umleitung? Auch gesperrt. Durch den vermehrten und umgeleiteten Lastwagenverkehr sind Schäden aufgetreten die behoben werden müssen.  Es gibt eine neue Umleitungsempfehlung - wahrscheinlich über Feldwege *fg*. Die Bahn doktert an der Verbindung nach Bremerhaven auch schon geraume Zeit - wäre eine Möglichkeit wenn man Glück hat und eine Stunde auf den Bus zu den Havenwelten warten möchte, es sei denn man fährt mittags. Dann sind wir in der Regel meist schon wieder auf dem Heimweg.


Was haben wir noch mit Wasser...  Elsfleth. Ich kann nicht sagen, dass mich der Ort irgendwie berührt hat als wir in Coronazeiten da mal vorbeigeschaut haben. Ich erwähne es, weil auch hier was kaputt ist. Ein Frachter hat die Eisenbahnbrücke über die Hunte gerammt. Das ist die Verbindung nach Brake einem wichtigen Umschlagplatz u. a. für Dünger, Futtermittel und Getreide. Ca. 90 %  des deutschlandweiten Bedarfs werden hier abgewickelt und zwar über die Schiene. Vieles kommt aus der Ukraine und da steht der Seeweg bekanntlich nicht mehr zur Verfügung. Man sucht nach Ausweichmöglichkeiten in Bremen und Bremerhaven wobei letzteres....  s. oben



Was bleibt noch fürs Wochenende? Dangast - eine Option, ich wollte doch so gerne mal in das Radziwill-Haus.



Für meine Kondition und Ertüchtigung wäre Dötlingen die erste Wahl.  Da fließt die Hunte auch vorbei, naturbelassen und höchstens mit dem Kanu zu befahren.  Sei's drum:  Laufen statt Schiffe gucken, wandern statt schlendern, Nudelsalat statt Krabbenbrötchen, Hügelgräber statt Traditionssegler, Stille statt Brandung. Hört sich gut an.






heute Abend auf NDR: eine Sendung über die Wildeshauser Geest

 
oder



Freitag, 28. Januar 2022

unterwegs

Trotz nicht sehr einladenden Wetterbedingung mit grau verhangenem Himmel ohne jeglichen Sonnenstrahl haben wir unsere Huntepad-Runden im neuen Jahr wieder aufgenommen. Erstaunlicherweise hatten sehr viele Leute die gleiche Idee. Die reinste Völkerwanderung. Wenigstens wissen wir jetzt, dass die kleine Wander-Route auch bei trübsinnigen Wetter geeignet ist,  das Gemüt zu erhellen. Leider hatte ich keine Kamera dabei (das Smartphone mag ich nicht als solche bezeichnen) daher nur wenig Bilder. 


Der Wanderweg führt mitten durch die Steinzeitgräber der Glaner Braut


hier fanden wir auch eine hochinteressante Zeichnung, deren Deutung uns viel Spaß gebracht hat. 
Katze, Kuh, Mops, Pferd mit Vogelkopf?  


die kleinen Teiche habe auch im winterlichen Outfit ihren Reiz


eine schmückende Idee: Fahrrad mit Efeu berankt. Gleich daneben gab es die Möglichkeit, sich mit einer Bratwurst zu stärken. Da haben wir gleich Gebrauch von gemacht. 



Montag, 15. November 2021

Hinkelsteine und Hünengräber

Es gibt Orte, mit denen verbindet man angenehme Erinnerungen. So ist das bei mir mit Dötlingen bei Wildeshausen. Als Schüler haben wir hier ausgedehnte Wanderungen unternommen und wurden nebenher gebildet u. a. durch die Besichtigung diverser Hünengräber. Der sittlich noch nicht gereifte Schüler macht sich meist nichts aus Steinhaufen, lauscht eher beiläufig den Fakten und Mythen, die sich im Laufe der Zeit um die Grabanlagen gebildet haben und widmet sich dann wieder mehr dem hier und jetzt.

So hätte ich nicht geglaubt, dass ich mich eines Tages noch näher mit Grabstätten auseinandersetzte, die älter sind als die Pyramiden und gerade in unserer Gegend (Wildeshauser Geest) zuhauf anzufinden sind. Auf den ersten Blick denkt der Mensch beim Anblick eines über mannshohen Steinblocks an Obelix oder wie er den Stein nach hause bekommt, um ihn in der Garageneinfahrt zu platzieren. Das haben bereits viele Leute gedacht und die meisten Hünengräber sind zerstört, wurden gesprengt, dienen als Fundament für Häuser und Kirchen. Bei den Grabstätten, die noch halbwegs erhalten sind, braucht der Mensch viel Phantasie sich den Originalzustand vorzustellen oder die Hilfe von archäologisch gebildeten Leuten. 

In diesem Fall werfen wir einen Blick auf die Info-Tafeln.

so hat das mal ausgesehen. Einen erhaltenen Erdhügel mit Kammer und Deckstein findet man in meinem Beitrag  "Reise nach Egypten"


heute erblickt man so einen Steinhaufen


hier erkennt man schön die Höhe der Umfassungssteine


wie gesagt, Phantasie ist gefragt


hier bemüht man sich um eine Erklärung, wie der Bau vonstatten gegangen sein könnte. Mit der lange gängigen Auffassung, dass Hünen (Riesen) die Steine bewegt haben wird damit aufgeräumt.



ein abgerutschter Deckstein


fast wie Stonehenge 

die hier gezeigte Anlage (Glaner Braut-Wildeshausen) besteht aus 4 Gräbern. So ganz habe ich noch nicht verstanden, wo sich nun welches befindet aber das kann noch werden.






Donnerstag, 4. November 2021

Reise nach Egypten

Manche Menschen bereisen die Welt. Auf Kreuzfahrtschiffen, die die Einwohnerzahl einer Kleinstadt beherbergen.  Sie werden bedient, bekommen Essen im Überfluss,  genießen jeglichen Luxus an Bord. So schippern sie über die Meere in die Häfen entfernter Länder. Dort lassen sie sich zu Touristenzielen karren und berichten - wieder zuhause - den staunenden Daheimgebliebenen von ihren Abenteuern und Erkenntnissen. Wenn sie denn zu irgendwelchen Erkenntnissen gelangt sind und ihre Reise nicht nur aus Sicht ihres ausgeprägten Anspruchsdenkens bewerten.

Jedem das Seine. Ich habe noch nie davon geträumt in Papua Neu Guinea zusammen mit skurril geschminkten Eingeborenen einen Erntetanz einzustudieren. Auch nicht davon, mich in Ägypten auf schaukelnden Kamelen zu einer Besichtigung der Pyramiden bringen zu lassen. Mir als Nordmännin mit ostfriesischen Wurzeln liegt Überflüssiges nicht so. Tempel, mit geschwätzigen Symbolen an den gekachelten Wänden, oder pyramidenförmig gestapelte Steinquader,  in denen ein Pharao seine letzte Ruhe fand, das ist nicht so mein Ding.

Wir haben unsere eigene Vergangenheit und Kultur.  Die besteht in diesem Fall  auch in  übereinandergestapelten Steinen, allerdings deutlich kleiner als eine Pyramide. Hier wurden vor etwa 5000 Jahren die Gebeine unser Altväter bestattet. Man nahm zum Bau was so da war an Material ohne sich die Mühe zu machen, großartig auf das erfolgreiche Leben der dort liegenden aufmerksam zu machen. Man nennt diese Grabstätten Hünengräber oder Megalithgräber. Keine Gräber für einzelne Personen sondern für ganze Sippen. Es fand sich die Umschreibung, dass die Steine für Transformation stehen. Transformation zwischen dem Leben und der Zeit danach. Ein schöner Gedanke, als unvergängliche Kraft in einen Stein überzugehen und die Zeiten zu überdauern, vielleicht ein wenig einsam aber wer weiß schon, was Steine fühlen. Ist leider nicht überliefert, weil unsere Vorväter es nicht für nötig erachtet haben, über diese Dinge Sprüche in die Hinkelsteine zu klopfen.

Um also mal etwas Kultur zu erleben, machten wir uns zu Fuß auf den Weg nach Ägypten. Ein Kurztrip sozusagen. Der Nordländer vereinfacht hier auch in der Schreibweise und schreibt Ägypten mit E.  Egypten (in der Wildeshauser Geest bei Dötlingen) war schwer zu finden, wir brauchten 2 Anläufe um dort hin zu gelangen. 

Erst sieht man nur einen Hügel, dahinter einen Acker und einen Tisch mit Bank für  den mitgebrachten Nudelsalat. Erst beim herumgehen um den Hügel offenbart sich die Grabkammer mit den zwei Decksteinen. Alles unspektakulär, Bäumchen haben sich in der Kammer angesiedelt. Die Steine sind kalt und feucht als wir versuchen, Kraft aus ihnen zu schöpfen. Machen den Eindruck, als suchten sie selbst ein wenig Ansprache auf ihrem einsamen Posten. Für einen kurzen Augenblick wähnt man sich zurück in einer Kultur, die der unseren doch schon sehr ähnlich war. Wie gesagt, unspektakulär, magisch, eingebettet in eine wunderbare Landschaft. Eine Wanderung wert ... 


Nachtrag:
Ich brauche andere Wanderschuhe, solche, die nicht die Knöchel aufreiben oder muss eine Polsterung anbringen ... wie machen die Leute das, die nicht nur 2 Stunden am Band laufen, z. B. die sinnsuchenden auf dem Jakobsweg ?