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Montag, 19. Mai 2025

Rückblick

Ein verspäteter Rückblick auf die letzte Woche: 

Der Eurovision Song Contest (ESC) ist gelaufen. Wie immer haben die gewonnen von denen man es nicht erwartet hätte und der Unmut über Ungereimtheiten und die Ungleichbehandlung von kriegsführenden Ländern durch die ESC Verantwortlichen hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Ich wollte dieses Jahr schon nicht mehr reinschauen aber die Gewohnheit hat gesiegt. NEIN zum nächsten Jahr.

Am Sonntag wieder Bremerhaven. Ziemlich angeschlagen vom langen ESC-Samstag. Ich kann vermelden, dass man auch von alkoholfreien Sekt Kopfschmerzen bekommt. Trotzdem, - das Wetter war schön, der Seewind hat gut getan. Ich hatte meine kleine Olympus-Kamera mitgenommen und wunderte mich irgendwann über die eigenartigen Sperenzien in der Belichtung. Ich hatte ein wichtiges Einstellrädchen verloren - wir fanden es wieder.  Leider ist es abgebrochen,  eine Reparatur durch den Laien nicht möglich.  Ein paar brauchbare Aufnahmen habe ich jedoch machen können.

immer wieder faszinierend: die Kuppel vom Outletcenter, das grüne Walfisch dahinter ist das Klimahaus und das Atlantic Hotel Sail City segelt prominent durch den Hintergrund

am alten Hafen=Museumshafen - was essen kann man hier
doch wir gehen zurück zur anderen Seite, zum neuen Hafen und zur Schleuse, denn da gibt es immer was zu sehen

Spiegelungen im Schleusenturm

der Segellogger BV 2 Vegesack kommt aus der Schleuse vom neuen Hafen und wird gleich Segel setzen und den Wind ausnutzen um Richtung Bremen zu fahren

ab in Richtung Heimathafen Vegesack

diesen Herrschaften steht ein wilder Ritt bevor

über die Einfahrt zur Schleuse geblickt
Sail City, der Signalturm "Unterfeuer Bremerhaven" am Willy Brandt Platz, die Felsen gehören zum "Zoo am Meer" dahinter das Restaurant "Strandhalle"

in der anderen Richtung gen Nordsee liegen die Schlepper links dahinter sieht man die "Mein Schiff 2"

noch jemand unterwegs nach Bremen in den Neustädter Hafen
die "Wagenborg"



Montag, 13. Mai 2024

Krass...

Allem zum Trotz ein kurzes Resümee zum Eurovision Song Contest. Ich wurde freundschaftlich überredet, doch  einzuschalten und wir haben die ganze Zeit über nur abgelästert. Das war unterhaltsamer als die Beiträge. Gewonnen hat ein - mir fehlt gerade ein Wort dafür - weder Junge noch Mädchen, bzw. hat sich noch nicht entschieden ob Junge oder Mädchen - Wesen mit rosa Plüschjacke und Röckchen. Also eher Mädchen obwohl es biologisch wohl ein Junge war. Das ist mir zu hoch aber es war ein ganz lieber junger Mensch. Das Liedchen habe ich vergessen - das heißt nichts - ich fand eh keinen Beitrag herausragend. Da kam nichts, was den finnischen Beitrag vom letzten Jahr übertroffen hätte.

Das Publikum hat gemurrt - der Grund war der, aus dem ich nicht einschalten wollte. Die Teilnahme Israels.  Da wurde mit zweierlei Maß gemessen denkt man an den sofortigen Rauswurf Russlands bei Beginn des Ukrainekriegs. Man kann froh sein, dass es nicht zu Eskalationen gekommen ist. Ich hatte bei der Unruhe im Saal tatsächlich Angst, dass etwas aus dem Ruder läuft. Fatal finde ich, dass die Berichterstattenden sich immer auf eine Seite stellen und die Gegenseite mit moralischen Medizin-Bällen bewirft.  Man sollte die Dinge immer von allen Seiten betrachten. Ich will doch schwer hoffen, dass sich nicht durch die Hintertür so etwas wie Zensur bei uns einschleicht. Nicht von Staats wegen sondern aus der moralischen Überheblichkeit einer Elite heraus.  Manche scheinen die Wahrheit gepachtet zu haben und nur diese darf zählen - alles andere ist böse. Da fällt mir ein: einen Exorzismus Beitrag hatte der ESC auch. Irland's Beitrag: krass ...  


Um Mitternacht bin ich noch auf der Weide rumgelaufen und habe vergeblich nach Polarlichtern Ausschau gehalten. Nur der Mond war da, lag gemütlich auf dem Rücken und schaute in den Sternenhimmel. Im Küchensee war Froschkonzert und die Katzen fanden es gut, dass ich ihre Vorliebe für nächtliche Stunden wenigstens für diesen Tag geteilt habe. 







Mittwoch, 17. Mai 2023

Weiomeni no points

Ein Wort, ein abschließendes zum ESC.

Deutschland ist mal wieder letzter.  Die Hardrockband  in den roten Gummianzügen stießen weltweit auf Unverständnis. Gut, über Geschmack lässt sich streiten ...  das leberwurstfarbene Strampeloutfit der schwedischen Siegerin war auch nicht so meins, auch nicht ihre Yogagymnastik unter diesem klaustrophobischen LED-Klotz oder das Liedchen, das genauso klang wie ihr Siegersong von 2012. Als Alleinstellungsmerkmal  meditierte sie im Greenroom und war so weggetreten, dass man sie fürs Interview aufwecken musste wobei ich den Eindruck hatte, dass der im Eingangstrailer von ihr inhalierte "Rauchzauber" immer noch seine Wirkung zeigte.
Die Jurys der Welt liebten sie - die Zuschauer nicht ganz so. Die Welt feierte den Finnen Käärijä mit seinen Cha Cha Cha Tänzern. Mit den Televotingstimmen hätte er sicher gewonnen wenn nicht die Jurys  den schwedischen Beitrag erstaunlich und ungewohnt weit an die Spitze holten. So blieb für den finnischen gute Laune Beitrag  nur der 2. Platz übrig. Im Publikum war dann auch ein gewisser Unmut spürbar, sachte unterdrückt von der Moderatorin. Platz drei für ein gelenkiges Mädchen, die sich ein Einhorn wünschte.  Platz 4 für meinen Liebling aus Italien, ein gut aussehender römischer Legionär mit einer Wahnsinnsstimme und einer ehrlich gesungenen typisch italienischen Ballade. Keine Show, kein Schnick-Schnack. Auch schon in der Kritik: der hatte doch tatsächlich neben der italienischen noch eine Regenbogenflagge dabei.

Wie dem auch sei, die Jungs aus Hamburg hätten mehr verdient als  magere 18 Punkte. Hatten die ein Fähnchen? Gar nicht drauf geachtet.

Nun wird - wie jedes mal nach dem ESC - viel geredet und geschrieben, vor allem viel gelästert und es gibt Vorschläge was man machen sollte und was nicht. Geldhahn zudrehen, nicht mehr teilnehmen, bessere Vorauswahl. Vielleicht sollte man einfach die automatisch gesetzten Song-Beiträge der Geldgeberländer mit an der Auswahl im Halbfinale teilnehmen lassen. Dort entscheidet nämlich keine Jury mehr sondern einzig der Zuschauer. Wenn man da schon aus der Wertung fällt, kann man auf jeden Fall davon ausgehen, dass man den Geschmack des Publikums nicht getroffen hat.  Ansonsten wie schon gesagt Häme, Aufregung um Nichtigkeiten. Da trat doch im mystisch angehauchten moldawischen Beitrag  ein kleinwüchsiger Flötenspieler auf - mit Faunmaske. Schon sahen die guten Leute hier die Würde aller Kleinwüchsigen verletzt. Der "Flötenzwerg"  wie wir ihn liebevoll nannten, wirkte gar nicht  herabgewürdigt als er im Greenroom die Maske abnahm und fröhlich in die Kamera winkte. Warum muss man immer ein Haar in welcher Suppe auch immer suchen. 

In dem Sinne  "Cha, Cha Cha ..."   ich schaue mal, was man für eine Pina Colada alles braucht und während ich nach den Zutaten suche empfehle ich die folgende Punktevergabe moderiert von Hape Kerkeling

Nachtrag: auch wenn man von Pina Colada lustig wird und Cha Cha Cha tanzt ... ich mag das nicht.
 

Mittwoch, 8. März 2023

ein bisschen Frieden

 

Foto vom Bildschirm abfotografiert

ein bisschen Frieden ...

1982 gewann dieser Titel den Eurovision Song Contest.  Das ist lange her und für ein bisschen Frieden hat es nicht gelangt - selbst in unserer unmittelbaren Nachbarschaft nicht.  Die Ukraine bekam letztes Jahr mehr oder weniger verpflichtend und von vornherein erwartet mit dem Rap/Folk -Titel "Stefania" den Sieg.  Russland war von der Teilnahme ausgeschlossen. 

Früher hieß das Spektakel Grand Prix Eurovision de la Chanson. Da traten Dirigenten vor ein leibhaftiges Orchester, die jeweiligen Interpreten präsentierten ihren Song und ihr Land - oft in Tracht - gern auch in Landessprache. Das Publikum wie im Theater mit ernster Mine und festlich gekleidet. Alles ein wenig angestaubt und für mich als Anhänger ganz anderer Musikrichtungen nicht das richtige Genre. Falls man überhaupt einen Blick auf die Sendung geworfen hat, hat man sich allenfalls darüber lustig gemacht oder es zu Kult erklärt und in weinseliger Laune gar eine fiktive Punktevergabe im Kreise der zuschauenden Familie durchgeführt.

Der ESC hat sich gewandelt. Die Interpreten singen immer noch life aber das Orchester ist gestrichen - die Musik kommt vom Band. Einfallsreiche Bühnenshows von trickreich bis gigantisch untermalen den musikalischen Vortrag. Das Publikum queer, bewegt und bunt, fahnenschwenkend und in Feierlaune.  Jetzt geht es nicht nur um einen europatauglichen Song sondern auch eine einprägsame Präsentation. Alles ist lockerer, einfallsreicher, die Songs internationaler. Klassischen Balladen und Mainstream-Pop, Countryklänge und Hardrock - alles vertreten. Die langatmige Punktevergabe wurde vereinfacht und bleibt trotzdem spannend. Die Songs kann man im Internet schon lange vor der Sendung anhören.

 Tipp: alle Beiträge sind schon online  klick hier

Für manche ist Karneval die 5. Jahreszeit, für mich ist es der ESC. Trickkleider und  Windmaschine auf der Bühne und zuhause Käsespieße mit Weintrauben. Alkoholische Getränke wer mag.  Kult eben. Man kann sich schließlich nicht immer nur dem Ernst des Lebens widmen. 

Beiträge, die mir nach erstem Reinhören in die Auswahl von 2023 in Erinnerung geblieben sind:
  mein Favorit:  Finnland  klick hier 
und  Italien