Dienstag, 10. Mai 2022

Fischerhude

Am Wochenende waren wir zur Abwechslung mal in Fischerhude. Worpswede und Fischerhude haben eines gemeinsam: sie liegen im Teufelsmoor. In einer weiten flachen Landschaft nördlich von Bremen, die allerdings so, sie sie von den Worpsweder Malern gemalt wurde, durch den Torfabbau nicht mehr existiert. In Worpswede ist es die Hamme, die das Wasser aus den feuchten Wiesen über die zahlreichen Entwässerungsgräben aufnimmt, in Fischerhude die Wümme, die sich hier in 2 Hauptarme aufteilt und das Örtchen mit seinem reizvollen Umland entwässert über viele Gräben und Kanäle, die teils sogar spannende Bezeichnungen haben wie "Ableiter 90 83 83a". Wir blieben nicht so lange, das man sich einen umfassenden Überblick über das Gewirr aus Kanälen, Gräben und Flüsschen hätte verschaffen können. Bleibt eine spannende Aufgabe. Hamme und Wümme vereinen sich im weiteren Verlauf, heißen dann Lesum und fließen in Vegesack in die Weser.  Das nur der Vollständigkeit halber.


kein schnöder Entwässerungsgraben: Ableiter 90 83 83a


verdammt lang her 

Vor Jahrzehnten habe ich in Fischerhude mal einen Distanzritt absolviert, kann aber überhaupt nicht mehr nachvollziehen, wo die Strecke lang geführt hat. Ich erinnere lediglich eine Wasserstelle wo die Pferde partout nicht durch wollten. Es war Ende Mai und schönstes Wetter.  Das hatten wir auch am Sonntag auch, als wir uns zu Fuß aufmachten, einen Teil des Örtchens zu ergründen um uns dann genüsslich unter hohen Eichen zum Mittagessen niederzulassen. In so schöner Atmosphäre habe ich noch nie ein Kräusen genossen. Traumhaft. Überhaupt ist der Ort sehr reizvoll,  der Dorfplatz an der Kirche mit Maibaum, im Rund platziert Niedersachsenhöfe mit ernsten Sprüchen über der "Groot Dör". Alter Baumbestand, Kopfsteinpflaster, Traditionsgasthäuser, eine Atmosphäre, als wäre die Zeit vor 100 Jahren stehen geblieben. Die Künstler haben den Ort auch für sich entdeckt. Es gibt das Otto Modersohn Museum, das Cafe´ im Rilke Haus, div. Kunsthandwerk, Ausstellungen. Viel zu entdecken aber auf eine zurückhaltend charmante Art in das Ortsgeschehen eingewachsen, nicht so präsent  wie im touristisch clever vermarkteten Worpswede. Ein Mekka für Fahrradausflügler so schien es. Als Einzelkämpfer oder im Rudel auf Ausflugsfahrt. Sei allen gegönnt bei so schönem Wetter und dem romantischem Ambiente.



Gemütlich sitzen unter hohen Eichen - so romantisch habe ich noch nie ein Bierchen genossen. Aufmerksame flinke Bedienung, schönstes Wetter, gutes Essen - was will man mehr














2 Kommentare:

  1. Etwas abseits der Durchgangsstraße wird der Mensch in ein vorheriges Jahrhundert versetzt, ja so ist es dort.
    Nur irgendwie alles sehr ähnlich, unsere Wümmetour sollte dort beginnen und wir sind vorerst im Kreis gefahren ohne es zu bemerken...
    Das Eis im Lindenlaub soll vorzüglich sein :-).

    Wunderschöne idyllische Fotos, das vorletzte mit der geschwungenen Brücke hat es mir angetan.
    LG Kelly


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    1. Ist schon ein lauschiges Örtchen, früher sind wir da einfach nur durchgefahren in Unkenntnis der Romantik etwas abseits. Den Tipp mit dem Eis werde ich mir merken :-) LG Christiane

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